Tanzen im Rhythmus der Fotos von Malick Sidibé

Der Fotograf aus Mali Malick Sidibé gehört zu den Fotografen, deren Werke bis zum 25. September in Rahmen von „ Swinging Bamako » auf den „Rencontres d’Arles“ ausgestellt werden. Hier können Sie die tanzenden, fröhlichen und mitreißenden Fotografien des „Auges von Bamako“, das am 14. April verstorben ist, entdecken.

 

Malick SidibÈ, Regardez-moi! , 1962?. Avec líaimable autorisation de líartiste et de la galerie MAGNIN-A, Paris. ------- Malick SidibÈ, Look at me!, 1962?. Courtesy of the artist and MAGNIN-A gallery, Paris.

Malick Sidibé, Regardez-moi! , 1962 – mit der freundlichen Genehmigung des Künstlers und der Galerie MAGNIN-A, Paris.

 

Ein heißer Rhythmus, ein Gefühl von Sorglosigkeit, Lachen… Das Foto „Regardez-moi!“ von Malick Sidibé ist schon für sich allein eine Explosion an Lebensfreude und Kommunikation. Man meint den Klang der Schallplatte hören zu können. Die Fotografien von Malick Sidibé zeugen mit großer künstlerischer und ästhetischer Sensibilität vom überschäumenden Leben zu Beginn der 1960er Jahre in Mali.

 

Mali wird am 22. September 1960 nach fünfundsechzig Jahren französischer Kolonialherrschaft unabhängig. Ein Wind von Freiheit und Kreativität weht über dem Land. Die Straßen sind voller Freude; Mode, Literatur, Dichtung, Musik und Fotografie erleben eine Blütezeit. Es ist außerdem die Zeit zu der ein junger Fotograf von nur 23 Jahren, Malick Sidibé, sich dazu entscheidet sein Fotostudio im Herzen des Bagadadji-Viertels in Bamako zu eröffnen.

 

Malick Sidibé wird 1936 in Soloba geboren und studiert in den 1950er Jahren an der „Ecole des Artisans soudanais“ von Bamako, wo er zum Zeichner und Goldschmied ausgebildet wird. Dort lernt er den jungen französischen Fotografen Gérard Guillat kennen, auch „Gégé la Pellicule“ genannt, der ihn mit der Kunst der Fotografie vertraut und ihn zu seinem Assistenten macht. Er wird bald Berichterstatter und Chronist der nächtlichen Feste Bamakos. Hochzeiten, Abschlussbälle, Clubs… Malick Sidibé ist auf allen Festen anzutreffen, wo bis ins Morgengrauen zu Popmusik, Rock’n’Roll, Soul oder kubanischer Musik getanzt wird. Er liebt es die heiße Atmosphäre einzufangen und schafft bis zu fünf Reportagen pro Nacht.

 

Seine Fotografien zeigen die Stimmung dieser Epoche voller Wandel und das Gefühl der Unabhängigkeit, Unbeschwertheit und Freiheit, das die Jugend der Mittelklasse Malis in den 1960er Jahren bewegt. Diese Jungen möchten sich zeigen und in ihren schönsten Kleidern für die Ewigkeit festgehalten werden. Sobald die Filme entwickelt sind, zieht Malick Sidibé kleine Formate ab, die auf Kartons geklebt anschließend im Schaufenster seine Studios ausgestellt werden. Die Nachtschwärmer kommen, um die Abzüge anzusehen und zu bestellen.

 

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Malick Sidibé – Ausstellung „Swinging Bamako“

 

Malick Sidibé ist bei der Jugend von Bamako sehr bekannt. Am Ende der 1960er Jahre, nach der Euphorie der Unabhängigkeit, beginnt er Porträts in seinem Studio zu fotografieren, was schnell den wichtigsten Teil seiner Arbeit als Fotograf ausmacht. Diese Porträts tragen in sich dieselbe Spontaneität wie die Nacht-Reportagen. Er erhält für sie 2003 den Hasselblad-Preis, der jährlich einem Fotografen für bemerkenswerte Arbeit verliehen wird. Vier Jahre später ist er der erste afrikanische Künstler, der den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig erhält. Dieser besondere Fotograf aus Mali ist am 14. April 2016 im Alter von 80 Jahren verstorben, doch sein Talent und seine Fotografien besitzen ewige Vitalität.

 

Entdecken Sie die Fotografien von Malick Sidibé auf der Ausstellung „Swinging Bamako“ bis zum 25. September im Couvent Saint-Césaire auf den „Rencontres d’Arles“.

 

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