Die Radikalität der Porträts von Piero Martinello

An Piero Martinello, dem Preisträger des Photo Folio Review 2015, zeigt sich deutlich der Wille des Festivals von Arles neue Talente zu fördern. Dieses Jahr ist er zurück unter den ausgestellten Fotografen mit einer Serie von Porträts von Verrückten, Ravern, Kriminellen, Ordensschwestern und anderen „radikalen“ Persönlichkeiten. Bis zum 25. September können Sie diese Serie ergreifender Porträts in Arles im ehemaligen Collège Mistral entdecken.

 

Unbekannt, Kapitel Flucht. Mit der freundlichen Genehmigung des Künstlers und Luz.

 

Die Radikalität ist „was der tiefen Natur gehört, das erste Prinzip betrifft, bezüglich der Essenz einer Sache.“ Piero Martinello25-jähriger Porträtfotograf aus Italien, geht von dieser Definition des Grande dizionario della lingua italiana aus, um die Serie von Porträts für die Ausstellung „Radicalia“ zusammenzustellen. Verrückte, Kriminelle, Raver… viele „extreme“ Porträts, zu deren Betrachtung das Festival von Arles Sie bis zum 25. September in einem vollkommen neuen, zu dieser Gelegenheit geöffneten Ort, dem ehemaligen Collège Mistral einlädt.

 

Der glückliche Gewinner Piero Martinello der Photo Folio Review des letzten Jahres, die professionellen Fotografen und Amateuren auf der Suche nach Sichtbarkeit vorbehalten ist, hat dieses Jahr seinen Platz in den Ausstellungsräumen. Er ist Teil der Sequenz des Festivals „Die Plattformen des Sichtbaren“, die sich neuen Annäherungsweisen der Dokumentarfotografie widmet.

 

Piero Martinello reist durch Italien auf der Suche nach Männern und Frauen, die aus persönlichen Gründen radikale Lebensweisen gewählt haben und sich für radikale Werte entschieden haben. Die Porträts sind in fünf Kapitel aufgeteilt, aus der Nähe und in Schwarz-weiß aufgenommen und symbolisieren unterschiedliche Lebenswege am Rande der gesellschaftlichen Konventionen. Die Verrückten der Städte in „Abweichung“, die Heiligen und Frommen in „Frömmigkeit“, die Mafiaclans in „Umstülpung“, die Ordensschwester in „Kontemplation“ und schließlich die „Raver“ in „Flucht“.

 

Der schöne Unbekannte, der auf dem Foto dieses Artikels zu sehen ist, ist Teil dieser letzten Kategorie. Ein Gesicht scheint aus der Tiefe der Nacht aufzutauchen, die Augen nach unten gerichtet, Zigarette im Mundwinkel. Er gehört der Familie der Raver an, den Nachtschwärmern, die auf Techno-Partys bis in einen Trance ähnlichen Zustand geraten. Der Unbekannte von Piero Martinello, spontan aufgenommen, scheint keiner Zeit und keinem Raum anzugehören und in die Welt der Nacht, der er angehört, einzutauchen. Dies ist seine persönliche Radikalität. Sie wird von einem Gesicht verkörpert, wie auf jedem Bild des Künstlers.

 

Die Porträts erinnern an die des britischen Fotografen Lee JeffriesDie Porträts erinnern an die des britischen Fotografen.

 

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Lee Jeffries – Skid Row IV

 

Lee Jeffries – Skid Row

 

Das dokumentarische Porträt ist ein besonderes Genre der Fotografie. Das Motiv bietet sich dem Blick des Fotografen dar. Bei Martinello und Jeffries verleiht der Künstler einem anonymen Menschen eine Stimme. Die fotografierten Gesichter zeigen dem Betrachter nicht nur die persönliche Geschichte der Person, sondern auch einen Blick auf die Gesamtheit der Gesellschaft. Eine Zigarette, die aus dem Mund hängt und die niedergeschlagenen Augen erzählen von einer unendlichen Nacht. Die Ausstellung „Radicalia“ versammelt auch Zöpfe, Bärte, schreiende Münder oder auch zusammengekniffene Augen. Alle, dank des Stils Martinellos, erzählen dem Betrachter eine faszinierende Geschichte.

 

Entdecken Sie die Ausstellung „Radicalia“ von Piero Martinello vom 4. Juli bis 25. September in Arles im ehemaligen Collège Mistral. Nächste Woche können Sie hier die Erfahrung der Photos Folio Review durch die Augen der Gewinnern des YellowKorner-Wettbewerbs 2016 Sonia Compagnon entdecken.

 

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